Auto mieten oder kaufen

Kanada ist ein riesiges Land und ohne Auto ist es fast unmöglich an die abgelegenen Orte zu kommen, wo die Natur so atemberaubend schön ist. Dennoch gibt es natürlich verschiedene Faktoren von denen du deine Entscheidung, ein Auto zu kaufen oder zu mieten, abhängig machen kannst. Im folgenden Artikel gibt es eine Übersicht um deine Entscheidung ein wenig einfacher zu machen.

Eine Straße mit fahrenden Autos

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Die Dauer deines Aufenthalts

Generell gilt, je länger du in Kanada bleibst, dest mehr lohnt es sich ein eigenes Auto zu kaufen. Da mit dem Autokauf und vor allem dem Wiederverkauf organisatorischer Aufwand verbunden ist, gestaltet es sich zeitlich einfacher und entspannter ein Auto zu mieten bzw. mit dem Bus zu reisen, wenn du nur für einen kurzen Urlaub (einige Wochen bis wenige Monate) im Land bist. Auch wenn du ein komplettes Jahr bleibst, aber hauptsächlich an einem Ort arbeitest, wirst du wahrscheinlich kein Auto benötigen. Deswegen überlege dir vorher, wie lange du bleibst und was deine Hauptziele in Kanada sind.

Deine Reiseziele

Wenn du eher ein Städtemensch bist und gerne große Städte wie Vancouver, Calgary, Toronto und die Hauptsehenswürdigkeiten bereist, dann kommst du sehr gut mit dem Bus überall hin. Auch durch die Nationalparks fahren Busse. Das Busnetz ist in Kanada sehr gut ausgebaut. Der Greyhound Bus fährt, selbst kleine Städten, regelmäßig an. Zudem kann man hier mit Frühbucherpreise sehr kostengünstig reisen. Wenn du lieber Abenteuer in der Natur erleben möchtest, gerne wandern gehst oder Arbeit auf verschiedenen Ranchen suchst, kommst du mit dem Bus allerdings nicht weit. Die Busse halten zwar in den meisten Städten, von dort kann die Ranch aber nochmal 40km entfernt sein. Auch einige tolle Wanderrouten und abgelegene Seen sind ohne Auto nicht zu erreichen. Trampen ist in Kanada nicht erlaubt und auch nicht sehr verbreitet. Es gibt sogar einen Highway of Tears, die Strecke zwischen Prince George und Prince Rupert, auf der seit 1969 über 40 Frauen getötet wurden. Deswegen miete oder kaufe dir lieber ein Auto, um sicher zu reisen. Außerdem ist die Reise mit einem Auto komfortabler, da du deinen schweren Rucksack nicht überall mit dir herum schleppen musst. Du musst dir dann keine darüber Gedanken machen was und wie viel du an Souvenirs oder Lebensmitteln einkaufst, weil du alles bequem im Auto verstauen kannst. Besonders in den Nationalparks lohnt es sich vorher genügend Essen einzupacken, um so vor Ort eine Menge Geld zu sparen.

Auto mieten

Da es viele verschiedene Autovermietungen gibt, kann man seine Urlaub ganz individuell planen und dazu das passende Auto finden. Um den günstigsten Anbieter zu finden, bedarf es allerdings einer guten Organisation und intensiven Recherche im Internet. Die Kostenfrage stellt hier wohl die größte Schwierigkeit dar. Denn es ist in Kanada ziemlich teuer, ein Auto zu mieten, wenn du jünger als 25 Jahre bist. Einen guten Vergleich findest du auf der Webseite von Camperhero. Trotzdem ist es sehr praktisch, ein Auto zu mieten, da es generell sehr unkompliziert ist und du das Auto am Ende deiner Reise einfach wieder bei der Autovermietung auf dem Parkplatz abstellst.

Johanna’s Tipp:

Mein Opa hat sich bei einem seiner letzten Kanadaufenthalte ein Wohnmobil für 6 Monate gemietet und dadurch natürlich Rabatt bekommen. Das kostete dann zwar einige Tausend Euro, dafür muss man sich aber keine Sorgen über den Zustand des Autos/Wohnmobils machen und kann sicher sein, dass sich das Vermietungsunternehmen immer bei eventuellen Komplikationen um einen kümmert. Zusätzlich wird das Geld für die Versicherung gespart und am Ende des Urlaubs kann man das Auto bzw. Wohnmobil einfach entspannt zurückgeben und nach Hause fliegen.

Ein Wohnmobil auf einer Straße vor Bäumen

Auto kaufen

Ein eigenes Auto zu kaufen, ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, als einfach ein Auto zu mieten. Dennoch sprechen viele Vorteile dafür, besonders wenn du länger in Kanada bleibst. Dabei solltest du dir vorher genau überlegen was du mit dem Auto machen möchtest. Wenn du abenteuerlustig bist und gerne in die Berge oder auf abgelegenen Schotterwegen fährst, sollte das Auto robust genug sein und evtl. sogar 4 Wheel Drive besitzen. Besonders aufpassen musst du im Winter, wenn du fernab von Städten auf vereisten und zugeschneiten Straßen unterwegs bist. Die Anschaffungskosten sind zwar zunächst hoch, doch meistens kannst du am Ende deines Aufenthalts das Auto weiter verkaufen und bekommst so dein Geld wieder zurück. Außerdem kannst du Übernachtungskosten sparen, wenn dein Auto groß genug ist, um darin zu schlafen. Neben den Kosten für die Anschaffung kommen dann noch Ausgaben für die Versicherung und Benzin hinzu. Gebrauchte Autos findest du zum Beispiel auf Kijiji.ca, Autotrader.ca und Craigslist.ca, sowie in entsprechenden Facebook Gruppen von anderen Work und Travellern.

Nach dem Autokauf

Bevor du nun mit deinem eigenen Auto durch Kanada fahren darfst, musst du es anmelden, versichern und ein Nummernschild anbringen. Wenn dein Auto vom Vorbesitzer angemeldet ist (was meistens der Fall ist) musst du nur einen „Transfer of Ownership“ machen, das heißt die bereits vorhandene Registrierung wird auf deinen Namen übertragen.

Was du für die Anmeldung benötigst:

  • einen Internationalen Führerschein
  • die Autopapiere
  • genügend Bargeld oder eine Kreditkarte
  • eine kanadische Postanschrift

Mit den Dokumenten gehst du zu dem nächsten Versicherungsbüro und dort wird dir geholfen alle Dokumente korrekt auszufüllen. Wichtig ist, dass du dir vorher überlegst, wie du dein Auto versichern möchtest. Da du wahrscheinlich keinen Neuwagen kaufst, sondern eher ein günstiges gebrauchtes Auto, reicht in den meisten Fällen die „Third Party“ Versicherung. Hier sind im Schadensfall dann nur die anderen beteiligten Autos versichert. Du kannst dir zusätzlich aussuchen, ob du noch eine Collision Insurance (falls du dein eigenes Auto beschädigst) und eine Comprehensive Insurance (falls dein Auto gestohlen oder beschädigt wird) abschließen möchtest. Die Kosten sind sehr unterschiedlich und hängen von deinem Alter, dem Auto, dem Versicherungszeitraum und vielen anderen Faktoren ab. Ist alles ausgefüllt und bezahlt, bekommst du von der Versicherung dein Nummernschild ausgehändigt und du kannst es an deinem Auto anbringen (ob du vorne oder hinten ein Nummernschild brauchstm ist in den einzelnen Provinzen unterschiedlich). Danach steht einem unvergesslichen Road Trip in dem zweitgrößten Land der Welt nichts mehr im Wege.

Achtung:

Überlege dir am besten vor deiner Reise wo und wann du das Auto wieder verkaufen möchtest. Dabei ist zu beachten, dass es am einfachsten ist, das Auto wieder in der Provinz zu verkaufen, in der du es auch angemeldet hast. Wenn du dein Auto also beispielsweise in British Columbia angemeldet und versichert hast, müsstest du dein Auto erst wieder ummelden, um es Alberta weiter zu verkaufen. Das ist natürlich schon machbar, aber mit weiterem Aufwand verbunden. Deswegen empfiehlt es sich das gekaufte Auto auch in der gleichen Provinz zu verkaufen.

Expertentipp von Johanna:

Ich habe während meines Kandaaufenthalts sowohl ein Auto gemietet, als auch ein Auto gekauft. Für eine knapp zweiwöchige Tour durch die Rocky Mountains haben eine Freundin und ich uns ein Auto gemietet. Alleine für diese Zeit betrugen die Mietkosten mehr als 800 Dollar. Dabei ist es natürlich super, wenn man Mitreisende hat und sich diese Kosten dadurch teilen kann. Dazu kommen dann natürlich noch die Benzinkosten. Trotzdem war es dank des Mietwagens ein sehr entspannter und komfortabler Urlaub. Und ich war vor allem von der modernen Technik des Wagens beeindruckt, da ich mein Leben lang nur alte gebrauchte Autos gefahren bin. Nur wenige Monate später habe ich mir dann ein gebrauchtes Auto für 600 Dollar gekauft. Mit diesem Auto wäre ich wahrscheinlich nicht auf einen Road Trip durch die Berge gefahren, da das Alter und der Zustand des Wagens mir dabei Sorgen bereitet hätten. Für meine Zwecke für die nächsten sechs Monate war es aber völlig ausreichend und absolut notwendig, da ich 40km von der nächsten Stadt entfernt gewohnt habe. Beim Kauf hatte ich wieder den Vorteil, Hilfe von Einheimischen zu bekommen. Diese haben mir beim Ausfüllen der Dokumente geholfen und mich in die Stadt zu einer Versicherungsagentur gefahren. Deswegen ist mein Tipp an dieser Stelle: am besten kanadische Freunde um Rat zu fragen. Da die Kanadier ja bekanntermaßen sehr freundlich sind, wirst du sicherlich Hilfe bekommen. Ein Auto für 600 Dollar ist natürlich kein Travel Van und auch nicht unbedingt zum Durchfahren der Rocky Mountains geeignet. Ein Autokauf lohnt sich auf jeden Fall, wenn du länger an einem Ort wohnst, trotzdem unabhängig sein möchtest und an deinen freien Tagen Ausflüge machst, um möglichst viel von Kanada zu sehen. Du solltest dich hier jedoch auf einigen organisatorischen Aufwand einstellen. Mit einem Auto erreichst du auch problemlos alle Orte, an denen es keine Greyhound Station gibt. Kanadas Natur hat unendlich viel zu bieten und es warten viele Abenteuer auf dich, wenn du abseits der bekannten Touristenstraßen reist.

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