Interview mit Bloggerin Johanna

| 15. November 2016 | 0 Kommentare

Schon als kleines Mädchen habe ich (Johanna) von den Weiten Kanadas geträumt, von den Cowboys, riesigen Kuhherden und den wilden Tieren in den endlosen Wäldern. Im Alter von 14 habe ich angefangen zu reisen, immer auf der Suche und nirgendwo habe ich mich wirklich zu Hause gefühlt. Bis ich endlich nach Kanada gekommen bin. Dort habe ich ein Jahr mit dem Working Holiday Visum gelebt und gearbeitet, dann dieses als Touristenvisum verlängert und war nun wieder als Tourist dort um bei Freunden auf der Ranch zu leben.
Sarah vom kanada-blog hat Johanna im Interview nach Erfahrungen und Einsichten, die sie in Kanada sammeln konnte, gefragt.

Junge Frau mit Cowboyhut lacht

Sarah/kanada-blog: Zu allererst: Wieso hast du dich für Kanada entschieden?

Johanna: Kein Land verkörpert für mich mehr das Gefühl von Freiheit, endlosen Weiten, der Cowboykultur und atemberaubender Natur. Da Norwegen mein Lieblingsland in Europa ist, war schon lange klar, dass ich mich irgendwann auch in Kanada verlieben werde. Ich liebe die unberührte Natur, wenig Menschen, das etwas rauere Klima und natürlich Pferde. All das wird in Kanada einzigartig vereint.

Sarah/kanada-blog: Du hast bereits zweimal Work and Travel in Kanada gemacht. Wie hast du das Problem mit dem Working Holiday Visum gelöst?

Johanna: Das Working Holiday Visum bekommt man nur einmal im Leben. Allerdings kann man als Tourist bis zu 6 Monate in Kanada bleiben und darf zum Beispiel woofen, dh bis zu 4 Wochen auf einer Farm gegen Kost und Logi mithelfen. Ich habe durch meinen ersten Aufenthalt sehr viele Freunde und Bekannte die mich gerne aufgenommen haben und ich auch so ohne Arbeitserlaubnis den Sommer dort verbringen konnte.

Sarah/kanada-blog: Hattest du beim zweiten Mal in Kanada andere Hoffnungen und Erwartungen als bei deinem ersten Aufenthalt?

Johanna: Ich habe mich einfach nur wahnsinnig gefreut endlich wieder nach Kanada kommen zu können. Beim ersten Mal hatte ich eigentlich fast gar keine Erwartungen weil ich keine Ahnung hatte was auf mich zu kommt. Beim zweiten Mal habe ich mich dann sehr darauf gefreut alles wieder genauso zu genießen wie bei meinem ersten Aufenthalt und alle Freunde wieder zu sehen.

Sarah/kanada-blog: Warst du mit oder ohne eine Agentur unterwegs?

Johanna: Ohne Agentur, ich habe alles selber organisiert.

Sarah/kanada-blog: Was waren deine schönsten Erlebnisse in Kanada?

Johanna: Stundenlang mit einem Pferd durch den Wald zu reiten, dabei Tiere wie Rehe und Elche zu sehen und in der Ferne Koyoten und Wölfe heulen zu hören. Campingtrips bei denen wir mit einem Boot 40 Minuten über einen See gefahren sind, um an einem Strand anzulegen und dort inmitten von unzähligen Wildtierspuren zu zelten, Fische zu fangen und diese dann auf dem Lagerfeuer zu grillen. Alles ohne einer anderen Menschenseele zu begegnen.

Junge Frau hat einen Fisch gefangen

Sarah/kanada-blog: Was hast du während der Zeit am meisten vermisst? Hast du Tipps gegen unwillkommene Überraschungen?

Johanna: Wenn ich in Kanada bin, vermisse ich gar nichts! Die einzige unwillkommene Überraschung wäre für einen Reisen vielleicht erst dort zu realisieren wie weit außerhalb man wohnen kann und der nächste Supermarkt ist eine halbe Stunde Autofahrt entfernt. Da gibt es keine 24h Kiosks oder Diskos. Für einige ein Traum, für mache kann dies vielleicht trotzdem überraschend sein.

Sarah/kanada-blog: Welche Erfahrungen hast du mit den Kanadiern gemacht, kannst du typische Klischees bestätigen?

Johanna: Oh ja:) Kanadier sind so freundlich! Die perfekte Mischung aus Gelassenheit und trotzdem hart arbeitend. Sie lassend sich einfach nicht stressen, auch nicht wenn es Minus 35 Grad sind, oder vielleicht genau deswegen. Die Natur bestimmt noch so viel, das macht einiges entspannter.

Sarah/kanada-blog: Welche kulinarischen Spezialitäten sollte man in Kanada unbedingt probieren?

Johanna: Hmm unbedingt zu Tim Hortons gehen und Dounats und Muffins essen. Tripple P (Pulled Pork mit Poutine) habe ich noch nirgendwo anders auf der Welt so gut gegessen bzw. überhaupt bekommen.  Und die Burger sind natürlich auch unvergleichbar mit denen bei uns.

Sarah/kanada-blog: Kannst du drei Unterschiede zum Leben in Deutschland nennen?

Johanna: Das Leben ist entspannter, weniger Menschen auf mehr Fläche und dadurch unberührte endlose Natur.

Sarah/kanada-blog: Welche Jobs hast du ausgeübt und welcher hat dir am besten gefallen?

Johanna: Ich habe eine Gästeranch gemanagt und mich dort also um alles gekümmert. Bin mit den Gästen ausreiten gegangen, habe Kühe gemolken, Schweine gefüttert, Feuerholf gemacht und vieles mehr. Ich habe in einem Fishingresort gewohnt als die Besitzer vereist waren und dort zusätzlich Hütten geputzt und die Büroarbeiten erledigt. Ich habe als Barhufpflegerin einer Freundin mitgeholfen, habe Pferde eingeritten und trainiert und mit allen anderen möglichen kleinen Nebenjobs (typische Rancharbeit: Feuerholz schneiden, Zäune reparieren und streichen usw.) Geld verdient.

Zwei Pferde und eine Frau

Sarah/kanada-blog: Würdest du sagen, Work and Travel ist für jeden was oder sollte man ein bestimmter Typ sein?

Johanna: Ich denke jeder sollte es einmal ausprobieren! Ob man nicht der Typ dafür ist, kann man dann ja immer noch heraus finden. Und egal was passiert, Deutschland und zu Hause sind einen 8 Stunden Flug entfernt.

Sarah/kanada-blog: Was muss unbedingt ins Reisegepäck und was kann zuhause bleiben?

Johanna: Da es in Kanada sehr viele Secondhand Läden gibt in denen man sich günstig einkleiden kann, kann fast alles zu Hause bleiben. Ich packe meist alte Sachen ein, die ich an für die Rancharbeit nutze und später dort lasse. Ansonsten sind für Wandertouren gute bequeme Schuhe und wetterfeste Kleidung nützlich.

Sarah/kanada-blog: Und zum Schluss: Was wäre dein persönlicher Rat an jemanden, der sich auch für Work and Travel in Kanada interessiert?

Johanna: Nicht zu viel planen und sich einfach von Kanada verzaubern lassen. Sich auf jeden Fall nicht von dem komplizierten Verfahren der Visumvergabe entmutigen lassen! Die Mühen lohnen sich.

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Kategorie: Allgemein

Sarah Richter

Über den Autor ()

Sarah war mit ihrer Familie schon immer viel im Ausland unterwegs, besonders der Norden Europas wurde dabei häufig besucht. Nach dem Abitur ging es dann in die USA, um Freunde zu besuchen und bei der Gelegenheit die Ostküste zu bereisen und auf eigene Faust zu erkunden. Danach hat sie in Siegen ihren Bachelor in Literatur, Kultur und Medien gemacht. Während dieser Zeit war sie so oft es ging auf Städtetrips in ganz Europa unterwegs. Nach einem Praktikum bei Antenne Münster und der „Glocke“ (Warendorf), feilt Sarah nun bei der INITIATIVE auslandszeit an ihren redaktionellen Fähigkeiten. Bevor sie aber wieder an die Uni geht, will sie noch viel mehr von der Welt sehen und sich der Faszination des Reisens hingeben. Im nächsten Jahr steht deshalb eine große Reise nach Australien und Asien an. Kanada stellt für sie den Inbegriff von Wildnis und Freiheit dar und steht ganz oben auf der Liste ihrer nächsten Fernreiseziele.

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